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Katzen und Vertrauen

Eine große Katze steht stolz im Wind und dann kommt ein Mensch daher und haut ihr mit einem großen Stein auf den Kopf. Die Katze fällt um und liegt wie betäubt am Boden. Sie versteht die Welt nicht mehr, weil sie eigentlich die Menschen mag.

Dann kommt ein anderer Mensch und streichelt die Katze und bedauert sie. Die Katze fasst wieder Vertrauen in die Menschen. Kurz darauf geht dieser 2. Mensch an der Katze vorbei und tritt sie so fest, dass sie vorerst nicht mehr auf stehen kann. Die Katze ist entsetzt, wie kann der Mensch, dem sie vertraut hat sowas tun?

Der 2. Mensch kommt wieder und entschuldigt sich und streichelt die Katze und will alles wieder gut machen. Die Katze denkt sich, ok , versuche ich es noch mal mit den Menschen.

 Inzwischen ist die Katze so krank geworden, dass sie offene Wunden hat. Die Katze dreht sich zum Menschen, zeigt ihm ihren weichen Bauch mit der Wunde und sagt „Schau da bin ich verletzt“. Der Mensch sieht die große offene Wunde und bedauert die Katze und verspricht ihr Hilfe. Die Katze freut sich.

 Kurz darauf kommt dieser Mensch schaut auf die Katze herunter und tritt sie voll in die offene Wunde. Daraufhin dreht sich die Katze um, kriecht in ihre Höhle und vertraut keinem Menschen mehr.

Die Katze ist entsetzt. Sie hatte doch diesem Menschen vertraut. Eigentlich hatte sie mal allen Menschen vertraut.

  An Alle, die mit uns felinen Wesen zu tun haben: wenn ihr einer solchen Katze begegnet, seid vorsichtig, behutsam und habt Geduld.  Wenn ihr mit ihr wirklich pfleglich umgeht, schafft ihr es vielleicht sie wieder aus ihrer Höhle raus zu holen. Aber ob sie euch je vertrauen wird, das liegt dann an euch. Und seid vorsichtig! Verletzte Katzen sind gefährlich.

 Eventuell zeigt die Katze auch allen Menschen ihr hübsches Fell, wenn sie ihre Wunden geleckt hat, nur um Ihnen zu zeigen was sie verloren haben. Und die Menschen denken was für ein hübsches, aber arrogantes und unnahbares Wesen. Die Menschen sind häufig blind für das was wirklich ist.

Umzug

Diese Seite/dieses Blog wird in den nächsten Woche umziehen. Wenn alles so funktioniert, wie ich mir das vorstelle, werden wir uns dann auf www.madame-tigresse.de wiedersehen.Umzüge bedeuten Veränderungen. Und Veränderungen gibt es gerade ganz viele in meinem Leben. Unschlagbar.net wird es weiterhin geben, dann aber mit anderen Inhalten.

Ein leeres Blatt

Ein Ziel?

Ein Grund zu leben?

Was ist das, der Lebensfunke?

Ich habe das Gefühl, das mein Grund zu Leben ganz langsam mit meiner Begleiterin, meiner Freundin, meiner Katze dahin gegangen ist. Wir hatten lange Zeit um Abschied zu nehmen. Sie hatte ein langes Leben, für eine Katze. Sie hat mich mein halbes Leben lang begleitet. Sie ist überall mit mir hingegangen.  Ich habe sie geliebt.

Menschen kommen und gehen. Die einen nennen sich Freunde, die anderen Bekannte, Kollegen oder Kumpels. Es gibt immer jemanden der einen angeblich liebt. Aber was bleibt? Nichts! Jeder von Ihnen kann seinen Kühlschrank selber aufmachen, jeder kann für sich selber sorgen. Und so gehen sie dann auch irgendwann wieder. Manchmal bleibt etwas von ihnen zurück.

Familie. Ein tolles Wort. Für manche Menschen auch ein tolle Einrichtung. Aber was ist eine Familie wirklich? Was bedeutet sie?  Ich für meinen Teil habe keine Familie, nichts was wirklich zusammenhält. Immer wenn ich jemanden brauchte, war keiner da. Von meinen Omas mal abgesehen, die beide viel zu früh gegangen sind. Meine Katze war meine Familie, sie hat mir den Mut zum Leben gegeben. 19 Jahre war sie für mich da. Hat sich gefreut, wenn ich nach Hause kam. Hat sich beschwert, wenn ich mal das Katzenklo nicht sauber gemacht habe. Hat am Essen rumgemäkelt, weil ich das falsche Futter besorgt habe. Und hat versucht meiner Mitarbeiterin die Wurst vom Brot zu klauen.  Sie war die einzige, die meinen Gesang toll fand.

Sie hat wundervolle Babies zur Welt gebracht und mir gezeigt, wie toll das Leben ist. Um es mit … Worten zu sagen: „Wir sind geboren um zu leben“.  So lange sie da war, war das Leben für mich schön. Sie hatte einen langen Weg, bis sie in meinen Armen sterben musste. Um Ihr ein langes Leiden zu ersparen musste ich mich entscheiden und habe ihr das Leben genommen. Ja, es würde sich schöner anhören, wenn ich schreibe, ich hätte sie erlöst. Aber habe ich das wirklich?

Wichtig ist: Sie ist nicht mehr da. Und ich bin alleine. Ich sehe keinen Weg mehr. Ich sehe keinen Grund mehr. Ich ertränke meine Leere in Onlinespielen und DVDs. Das Zwischenmenschliche fällt mir schwer.

Was soll ich denn jetzt machen? Es gibt nichts mehr. Wohin ich auch gehe, ich nehme mich doch immer mit. Und die Menschen sind überall nur Menschen.  Es ist eine große Leere in mir und ich weiß nicht ob ich sie noch füllen möchte.

Ich habe viel gesehen, Land, Menschen und Tiere. Aber ist es das wirklich? Jeden Tag arbeiten, damit man seine Miete, sein Essen und sein Vergnügen bezahlen kann? Wofür das Alles?

Alleine sein kommt von innen nicht von außen.

Feline Wesen - Katzenmenschen

Um es gleich vorweg zu nehmen, ja, ich bin ein felines Wesen. Ich bin wie eine Katze, mit allen positiven und negativen Seiten. Und meine Katze (so eine mit vier Pfoten) ist der Meinung ist sei ihr Eigentum.Ich hatte eine Unterhaltung mit einem sehr lieben Freund über diese besondere Art von Mensch. Und dabei ist mir bewusst geworden, wie verstörend wir manchmal auf andere wirken.Eine Katze sucht sich ihren Dosenöffner immer selber aus, wickelt ihn um den kleinen Finger, verführt in mit ihrem Schnurren und wenn Du ihr erlegen bist, dann ignoriert sie Dich und benutzt Dich und manchmal darfst Du dann das Bett mit ihr teilen.Feline Wesen sind wie Katzen,

sie sind schmusig – wenn ihnen gerade danach ist

sie lieben Dich bedingungslos, wenn es ihnen gerade in den Kram passt

sie wollen geliebt werden – so wie sie sind

sie lassen sich kraulen – aber nur so wie sie es gerne mögen

sie essen Dir aus der Hand – wenn das Futter nach ihrem Geschmack ist

sie bleiben für immer bei Dir – wenn sie Dich für würdig erachten

Ja, wir sind nicht einfach. Wir kuscheln uns an und sagen „Ich gehöre Dir – aber nimm mir nicht meine Freiheit“. Wir brauchen die Freiheit, mit anderen Menschen, ohne den Partner, weg zu gehen – dafür ist das nach Hause kommen um so schöner. Manchmal brauchen wir auch die Freiheit mit anderen Personen Sex / BDSM zu haben. Wir lieben unseren Partner dadurch aber nur noch viel mehr.Wir kommen und wir gehen, so wie es uns passt. Wir sind wie Katzen. Entweder man kommt damit zurecht und liebt uns, so wie wir sind, oder man hält sich von uns fern. Wir haben uns das nicht ausgesucht. Wir sind einfach so. I’m not bad, I’m just born that way!

Selbstzweifel

Jetzt habe ich jahrelang eine Femdom-Beziehung und toppe eigentlich nur den einen Menschen über einen längeren Zeitraum. Da mein sub nichts mit Schmerzen anfangen kann, ist dieses toppen auch auf bestimmte Bereiche begrenzt. Um meinen Sadismus auszuleben spiele ich von Zeit zu Zeit mit anderen Menschen. Aber es ist halt nur ein zeitlich begrenztes Spiel, meist nur auf ein paar Stunden angelegt.  So etwas kann zwar intensiv sein, aber meist nicht wirklich tief. Es hat einen klar definierten Anfang und ein klares Ende. Man spricht ab, was der Andere mag und was nicht und kann sich dann darauf einlassen. Mir machen diese Spiele Spaß und ich weiß, dass mein Gegenüber es genießt. Das Vertrauen, dass mir diese Menschen entgegenbringen ehrt mich. Solche Spiele scheinen bei mir immer zu gehen.

Aber wie ist das in meiner festen Beziehung zu meinem Ehe-sub? Da ist das anders. In den Jahren ist die Leichtigkeit verloren gegangen.  Warum? Wenn aus einem Spiel mehr wird, dann fängt man an darüber nach zu denken. Wie der Andere tickt, was ihn bewegt, was er eigentlich will und wie er es will. Man macht sich Gedanken, ob man selber alles richtig macht. Man fängt an darüber zu reden. Und dann kommen Sätze wie: „An deiner Stelle hätte ich ja noch Dieses und Jenes gemacht. Du bist immer viel zu nett.“ Manchmal kann so ein Satz helfen. Aber wenn er fast jedes mal kommt, selbst wenn man selber das Gefühl hat das alles super gelaufen ist und es für einen selber sehr sehr schön war, dann kann so ein Satz auch viel zerstören. Er weckt auf Dauer Selbstzweifel. Man fängt an sich zu fragen, ob dieses Mal alles richtig gelaufen ist, ob der Andere dieses Mal zufrieden ist.

Wenn die Selbstzweifel zu groß werden, dann hat man auch keine Lust mehr irgendwas zu machen. Es ist ja eh immer etwas falsch. Warum also erst noch etwas machen, was dann eventuell die Selbstzweifel mehrt und damit auch die Unzufriedenheit erhöht. Da sind doch gelegentliche Spiele mit anderen Menschen unverbindlicher, einfacher und auch manchmal befriedigender. Ist das wirklich so? Im ersten Moment scheint das so zu sein. Unverbindlich sind diese Spiele. Einfacher sind sie meistens auch. Aber befriedigender? Auf Dauer fehlt mir die Tiefe in diesen Spielen, sie befriedigen nur oberflächlich. Aber sie zeigen mir immer wieder, dass ich doch auf mein Gegenüber eingehen kann.

Liegt es vielleicht daran, dass ich weniger Verantwortung übernehmen muss? Weill jeder nach so einem Spiel seiner eigenen Wege geht? Warum ist es soviel einfache mit jemandem zu spielen, den man so viel weniger kennt, als den eigenen sub? Liegt es daran, dass die Ansprüche nicht so hoch sind?

Ich bin Wunscherfüller-Top. Und wenn ich die Bedürfnisse und Wünsche des Anderen nicht kenne, dann fällt es mir schwer mit meinem Gegenüber zu spielen.

Seit einiger Zeit habe ich einen Partner mit dem ich die Dinge ausleben kann, die ich bisher mit meinem sub nicht ausleben konnte. Hier kann ich auch die Seiten wechseln. Ich habe erlebt, wie wundervoll es sein kann, sich einfach fallen zu lassen, den Anderen mach zu lassen und nicht dauernd darüber nachdenken zu müssen, ob es jetzt richtig oder falsch ist, was man da gerade tut. Ich liebe diese Momente. Am Anfang war es selten genug für mich und ich habe das auch kommuniziert. Ich frage mich manchmal ob ich nicht zuviel von meinem Partner verlange, ob ich ihn nicht mit meinen Bedürfnissen überfordere. Doch inzwischen habe ich festgestellt, dass es immer genau richtig ist. Ich möchte abgeben, ich möchte loslassen und dann liegt es an ihm, was er macht.

Dann gibt es diese Momente, wenn er mich mit diesem sehnsuchtsvollen Blick anschaut, in dem ich genau erkenne, das sein Wunsch nach Unterwerfung wieder da ist. Dieser vorsichtige Blick, der abschätzt, ob ich bereit bin. Dieser Blick, der mich auf der einen Seite berührt und triggert, auf der anderen Seite Angst macht, mal wieder die Bedürfnisse des Andere nicht befriedigen zu können. Mein inneres Bedürfnis ihn zu toppen ist dann so groß und will  los stürmen, jedoch kommen dann meine Selbstzweifel. Selbstzweifel die eigentlich so unbegründet sind, und doch so tief sitzen. Sie hemme mich, machen mich handlungsunfähig und ärgern mich. Und natürlich läuft dann nichts, wie man es gerne hätte und die Selbstzweifel fühlen sich mal wieder bestätigt.

Wohnung gesucht

Manchmal muss man sich von lieb gewonnen Gewohnheiten trennen. Ich muss mich in der nächsten Zeit schweren Herzens von meiner Wohnung trennen, in der ich nun schon 8 Jahre wohne. Und so ist es halt auch nicht einfach etwas Neues zu finden. Was suche ich also?

 

  • in Köln (oder ganz nah dran)
  • 3 Zimmer (mind.)
  • Balkon
  • Garage
  • große Küche (keine Einbauküche, ich habe schon eine)
  • Haustiere erlaubt (meine Katze wird´s Danken)
  • 70 qm oder mehr
  • Kaltmiete bis 500,- (ohne Garage)
  • keine Maklergebühr

 

 

Kölner CSD 2008

Alles fing mit einem verlängertem Wochenende der Petplayer an. Abgesehen davon, dass ich Freunde wieder traf, lernte ich auch zwei sehr liebe Neuzugänge kennen. Beide sind auch im Petplay als Ponies anzutreffen.

Eigentlich sah es so aus, als wenn die BDSMer und erst recht die Petplayer am Kölner CSD 2008 nicht teilnehmen würden. Bei den BDSMer ist der Wagen, der vorweg fährt ausgefallen und bei den Petplayern sind die Hauptorganisatoren etwas unmotiviert gewesen und somit hatte der Rest der Mannschaft auch keine all zu große Lust mit zu gehen. Einige Leute konnten auch nicht, da sie genug anderes um die Ohren hatten.

Unsere beiden neuen Ponies Nightwolf und Mercury waren jedoch so scharf darauf, noch mehr zu machen, als das was an dem verlängerten Wochenende passierte, dass Sie unbedingt zum CSD wollten. Also hat einer von Ihnen sich ca. 5 Tage vorm CSD mit den homosexuellen Petplayern in Verbindung gesetzt und organisiert, dass wir bei ihnen mitgehen durften. Zu den zwei neuen Ponies gesellte sich dann noch ein weiteres Pony, welches schon CSD erfahren ist. Somit hatten wir also 3 Ponies und eine Fahrerin. Tja, jetzt fehlten noch mindestens zwei Sulkies und eine Fahrerin. Also haben wir noch ein Sulky und eine Fahrerin organisiert. Zwei Tage vor dem CSD fehlte immer noch ein Sulky. Da fiel mir ein, dass in dem Stall, in dem ich reite eine kleine Ponykutsche steht. Somit habe ich den Besitzer kontaktiert, die Ponykutsche abgeholt und die Jungs haben sie dann sauber gemacht und für den CSD soweit hergerichtet. Samstags hatten wir volles Haus – die drei Ponies, unsere zweiter Fahrerin und natürlich noch mich und meinen Mann. Abends stellte sich dann die Frage, wie wir die Sulkies am Sonntag zur Parade bekommen. Den kleinen konnten wir auseinander bauen und im Auto verstauen, die Ponykutsche jedoch stellte ein großes Problem da. Irgendwann war sie jedoch dann auch auf dem Autodach festgeschnallt und blieb dort über Nacht.

Neben den Fahrzeugproblemen mussten wir zudem noch am Samstag das Outfitproblem unseres Ponies Mercury lösen. Als Knabstrupper ging natürlich ein schwarzer Lycraanzug nicht. Und einen weißen Lycraanzug konnten wir so schnell auch nicht auftreiben. Somit kamen wir dann irgendwann auf die Idee bei Karstadt-Sport rein zu schauen. Bei den Herrn war natürlich nichts Weißes und eng anliegendes zu finden. Ist ja unmännlich. Also musst die Damenabteilung herhalten. Zum Glück erwischten wir einen sehr zuvorkommende, hilfsbereite und sehr tolerante Verkäuferin. Sie hat uns geholfen das über 180 cm große Pony in Weiß ein zu kleiden. Somit war dann auch diese Problem gelöst.

Der Sonntag kam und die Spannung stieg, insbesondere bei Nightwolf und Mercury. Diesmal klappte alles. Wir waren pünktlich vor Ort. Wir hatten alle Fahrzeuge und Utensilien dabei. Sonnenmilch Faktor 50 war schon vor Abfahrt aufgetragen worden. In der Gruppe von Rheinfetisch sind wir herzlich aufgenommen worden. Somit wurde dann nur noch vor Ort angeschirrt und dann ging es auch schon los. Die beiden Ponies Mercury und Nightwolf gingen in schwarz und weiß nebeneinander und gaben ein wundervolles Bild ab. Trotz der sehr geringen und mehr als kurzfristigen Organisation haben wir es noch hinbekommen für die beiden Gefährte Geleitschutz zu bekommen. Wir hatten unterwegs viel Spaß und es kamen immer mehr Leute zu unserer Gruppe dazu, die sich dann auch im Geleitschutz abwechselten. Was uns jedoch stark auf viel, war, dass es viel weniger Zuschauer gab, als in den Jahren zuvor. Dies mag auch an den Schulferien gelegen haben. Die Highlights kamen jedoch erst nach dem eigentlichen Umzug. Zu erst kam der Abschlussgalopp bis zum Hauptbahnhof – der immer wieder befreiend ist, nachdem stop-and-go des Paradezuges. Und nachdem wir in der Altstadt mit einigen Leuten noch was Essen waren ging es dann Richtung Heimat. Beim Essen kam jedoch raus, dass Nightwolf und Mercury immer noch gut bei Kräften waren. Um genau zu sein, einen Kräfteüberschuss hatten. Somit kam die Idee auf, mit den Sulkies am Rhein entlang nach Hause zu fahren. Da wir mit 5 Personen, zwei Autos und zwei Sulkies vor Ort waren mussten also zwei Personen mit den Autos nach Hause fahren. Wir zwei Fahrerinnen schirrten dann unsere beiden Ponies wieder vor die Sulkies und steuerten den heimatlichen Stall an, der jedoch 14 Kilometer entfernt war. Es war eine wunder schöne Fahrt. Die Menschen denen wir unterwegs begegneten reagierten durchweg positiv. Und wir hatten alle unseren Spaß dabei. Das einzig wirklich dumme Gesicht, dass uns entgegenschaute war von einem Pferd, an dessen Weide wir vorbei kamen. Zu Hause angekommen waren alle ziemlich kaputt, dafür aber sehr glücklich und zufrieden.

Fazit, wir werden bestimmt noch mal eine solche Kutschausfahrt machen, auch ohne CSD und wir werden beim nächsten CSD in Köln wieder dabei sein. Und der Hamburger CSD 2008 wird auch von uns heimgesucht werden.

Lebst Du schon oder planst Du noch?

Ich habe heute zwei sehr passende Zitate gelesen, der erste ist angeblich von John Lennon „Leben ist das, was passiert, während wir andere Pläne schmieden“ und der andere stammt von Thornton Wilder „Ich würde Ihnen raten, nicht nach dem Warum und Woher zu fragen, sondern Ihr Eis zu essen, ehe es schmilzt.“

Um was geht es eigentlich? Lebensziele! Jeder Mensch hat ein Lebensziel. Oder zumindest viele von uns haben eins. Sie streben danach dieses Ziel zu erreichen. Der Weg dort hin ist ihnen nicht sonderlich wichtig. Genau diese Zeit, die die Verfolgung des Zieles braucht, geht einem meines Erachtens nach verloren. Durch das Streben nach dem Ziel, verliert man das Jetzt aus den Augen. Es ist ein wenig wie beim Motorrad fahren. Dort fragt man sich auch gerne, ist der Weg das Ziel, oder ist das Ziel der Weg?

Ich halte ein Lebensziel genauso für wichtig, wie die meisten anderen Menschen. Aber ich finde, dass der Weg dahin genauso das Ziel sein sollte. Ein Ziel um jeden Preis zu erreichen, dabei vielleicht die Familie vor den Kopf zu stoßen, Freunde zu verlieren, Lebensfreude einzubüssen, das sollte nicht sein. Denn am Ende zählt doch nur wie wir gelebt haben, ob wir glücklich dabei waren und das wir nichts bereuen. Wir können nichts mitnehmen, außer uns selbst.

Manchmal kann ein einziger Moment, ein einziges Wort glücklicher machen, als alles was man mit Geld erwerben kann.

Mich erreichte heute ein Mail von einer Freundin, bei deren lesen mir erstmal eine Gänsehaut den Rücken runter lief. Sie ist eine Frau, die gerne lebt, die eine tolle Familie hat und die Ziele hat. Mit ihrer zweiten Tochter kam viel Veränderung und vermutlich wurden dabei auch einige der bisherigen Ziele einfach über den Haufe geworfen. Ihre Tochter hat einen Gendefekt. Und auf einmal wird wieder jeder einzelne Moment wichtig. Aber am tollsten finde ich Ihren Mut.

Leben ist was Schönes.

Wenn der sub/Mann zum Fußballmanager mutiert

Bisher dachte ich immer, dass ich meinen Mann kenne. Er schaut, sehr zu meinem Wohlwollen, sehr selten Fußball. Genau genommen schaut er eigentlich gar keine Sportsendungen. Dann kam die EM 2008. Wie meistens, musste ich in der Zeit viel arbeiten und bekam von den ganzen Spielen eigentlich nichts mit, was mir auch nichts sonderlich ausmachte. Allerdings bekam ich mit, dass meinen Mann auf einmal ein gesteigertes Interesse an Fußball an den Tag legte. Gut, so eine EM ist ja auch nicht alle Tage. Das Spiel Deutschland – Türkei weckte dann jedoch auch mein Interesse. Immerhin lebe ich in Köln und habe viele türkische Freunde. Somit habe ich es mir zusammen mit meinem Mann auf der Couch gemütlich gemacht. Ich schaute dem Spiel ruhig zu, ließ meine Gedanken etwas abschweifen und fand, dass die Türken eindeutig die hübscheren Spieler hatten. Und sie spielten besser. Mein Mann war dann jedoch eine Überraschung. Auf einmal fängt er an ärgerlich über die Spielweise der Deutschen zu schimpfen und versucht ihnen (jaja, wir wohnen immer noch in Köln und nicht in Basel) zu erklären wie sie spielen sollen. Nicht nur die Worte auch die Lautstärke und Leidenschaft haben mich sehr verwundert. Auf einmal hatte ich nicht mehr einen lieben und ruhigen Mann und sub dort sitzen, sondern ein Fußball verrückten Besserwisser. Zeitweise kam mir der Gedanke mir meine Ruhe zurück zu holen und dass Spiel zu genießen, indem ich ihm einen Knebel verpasse. Leider ließen mir die Türken jedoch keine Zeit mal auf zu stehen und einen Knebel zu holen. Also musste ich die spannenden Szenen mit lauten Kommentaren meines Gatten ertragen. Was habe ich daraus gelernt? Nächstes mal Knebel vorher besorgen.

Begehren

Begehrt man nur Dinge und Menschen, die man nicht haben kann, bzw. die man nicht permanent haben kann? Hört das Begehren auf, wenn man sich seines Partners sicher ist?

Am Anfang einer Beziehung kann man nie genug von einander bekommen, man hat noch die rosarote Brille auf und man begehrt den Anderen. Man selbst fühlt sich ebenfalls durch den Anderen begehrt.

Aber warum fühlt man sich begehrt?

Wenn mein Partner mir leise, mit viel Gefühl in der Stimme am Telefon sagt „Ich vermisse Dich“ dann macht das ein wohliges Gefühl in mir drin, manchmal bekomme ich auch Gänsehaut. Es ist die Sehnsucht dem anderen nah zu sein. Es ist das Interesse am Gegenüber, heraus zu finden wie er tickt, was er denkt, was er fühlt. Es ist das Erkunden, sich vertraut machen.

Aber irgendwann meint man den anderen zu kennen. Man versucht nicht den anderen weiter zu ergründen. Einiges nimmt man inzwischen auch einfach hin. Der Schwerpunkt wird von der Person des Partners auf die Lebensgestaltung mit dem Partner umgestellt.

Man sieht den anderen mit der Zeit mit anderen Augen. Die rosarote Brille ist inzwischen der Realität gewichen und man ist sich selbst nicht mehr genug. Es müssen mehr Reize von Außen kommen.

Hat Begehren also etwas mit Distanz zu tun? Geht deshalb in vielen Beziehungen etwas verloren?

Ich denke, dass es für eine Beziehung wichtig ist, selber das Gefühl zu haben, dass der Partner einen begehrt. Aber wie erhält man das aufrecht? Müssten dann nicht Fernbeziehungen das Ideal sein? Man freut sich auf das Wiedersehen und bei jedem Aufeinandertreffen entdeckt man wieder etwas neues.

Begehrt man das „Verhüllte“? Ist es vielleicht sinnvoll nicht alles von sich preiszugeben? Zuviel Nacktheit ist auch nicht immer angebracht. Ein hübsch verpackter Körper und eine leicht in Schleiern gehüllte Seele wirken doch immer wieder reizvoll auf uns.

Für mich bedeutet Begehren „ich will Dich haben“. Wenn man jedoch schon eine Weile zusammen ist dann wandelt sich das Begehren. Es wird zum Beispiel dadurch ersetzt, dass man Freude auf einander empfindet. Man genießt die Zeit die man miteinander verbringt.

Wie kann man aber die Begierde aufrechterhalten? Oder wie kann man die Lust aufeinander wieder erwecken? Man muss sich Hilfen bauen, evt. in einem verplanten Alltag Termin für einander einplanen.

Aber ist es wirklich schlimm, dass die Begierde sich verändert? Können wir uns nicht einfach darauf einstellen und versuchen damit zu leben, damit umzugehen?