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24.6.2008 von Tigresse.
Ich liebe zwei Männer. Und dies ist nicht das erste Mal. Vielleicht ist es aber das erste Mal, dass es eine Chance auf Dauerhaftigkeit hat. Es ist nicht schwer mehr als einen Menschen zu lieben, aber es ist schwer Niemanden zu kurz kommen zu lassen. Noch schwieriger wird es, wenn wie bei uns noch eine vierte Person im Spiel ist und die meisten Beteiligten auch sonst nicht monogam sind.
Auf einmal gibt es nicht mehr genug Tage in der Woche und auch nicht genug Wochenenden im Monat. Die Zeit scheint manchmal zu schleichen und dann wieder viel zu schnell zu vergehen. Natürlich immer zum falschen Moment. So wie das immer im Leben ist.
Nein, Polybeziehungen sind nicht einfach. Ich versuche für jeden Zeit zu haben. Wir habe das große Glück, dass bisher keiner eifersüchtig ist auf den Anderen.
Wie können Polybeziehungen auf Dauer funktionieren? Vor dieser Frage stehe ich gerade jetzt. Zum einen bedeutet es für mich, dass es keine Geheimnisse geben darf. Es müssen Absprachen getroffen werden, an die sich auch gehalten wird.
Ich würde gerne zwei gleichwertige und gleichberechtigte Beziehungen führen. So offen wie bisher. Ich stelle keinen Anspruch daran eine 1.-Frau zu sein, oder Primärweibchen. Ich möchte lediglich, in dem Moment, wo ich mit jemanden zusammen bin, sein Mittelpunkt sein. Dann möchte ich seine ganze Aufmerksamkeit haben. Dies gilt auch, wenn ich mit jemanden spiele, mit dem ich sonst keine feste Beziehung habe.
Natürlich wirkt eine Ehe in erster Linie immer so, als wenn dies die Primärbeziehung ist. Vielleicht ist dies auch so. Es gibt Sicherheit, es gibt Rückhalt, aber man sollte sich darauf nicht ausruhen. Es ist genauso nur eine Beziehung, wie es jede andere auch ist.
Bisher sind meine Polybeziehungen daran gescheitert, dass der zweite Mann in meinem Leben, Angst davor hatte, dass er meine Ehe kaputt machen würde. Aber man kann nichts kaputt machen, wenn solch eine Beziehung auf einer soliden Basis steht. In jeder Beziehung gibt es mal ein Rauf und ein Runter und dann wieder ein dahingleiten. Jede Beziehung bedeutet viel Arbeit. Man muss sich immer wieder mit den Bedürfnissen des anderen auseinander setzen und seine eigenen kommunizieren.
Eigentlich liebe ich sogar drei Männer. Jedoch verbindet mich mit dem Dritten eine Beziehung der besonderen Art, die mit Standardbeziehungen so gar nichts zu tun hat. Möge dies noch ganz lange so bleiben.
Sind Polybeziehungen lebbar? Ich denke, ja, dass sind sie. Es bedeut mehr Beziehungsarbeit. Aber ich finde, dass sich das auf jeden Fall lohnt, für alle Beteiligten.
Vielleicht ist es nur eine Phase in meinem Leben, in dem ich mein Leben in vollen Zügen genieße, meine Veranlagung auslebe. Wer weiß, wie es aussieht, wenn wir alt sind, wenn man sich an wirklich alle Normen angepasst hat.
Noch ist die Norm, dass man als Frau nur zu einem Mann gehört, zu mindestens ganz offiziell. Ich mag Normen nicht und ich möchte mein Leben so leben, wie ich es mag. Ich möchte ganz offen meine Polybeziehungen führen, ohne dafür verurteilt zu werden.
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23.6.2008 von Tigresse.
Es war ein schöner warmer Frühlingstag und ich hatte wie einige andere von uns den Nachmittag in der warmen Sonne verbracht. Sonne bewirkt bei mir meistens, dass ich Lust auf Sex bekomme. Als die Sonne langsam ihre Kraft verliert und der Hunger sich anschleicht, finden sich einige von uns im Speisesaal ein. Und während man auf das Abendbuffet wartet unter halten sich die einen, die anderen spielen Black Jack oder Poker. Mir war ein bisschen langweilig und ich schaute einfach mal in den Speisesaal um zu sehen was dort los sei. Was ich auf den ersten Blick sah, war nichts was meine Langeweile vertreiben konnte, oder gar meine Lust auf Sex befrieden. Auf den zweiten Blick entdeckte ich am Tisch der Pokerspieler eine Frau. Sie schaut mir direkt in die Augen. Sie hat große Augen, die fast das ganze Gesicht beherrschen und einen sehr sinnlichen Mund. Es ist geht eine wahnsinnige Ausstrahlung und Anziehungskraft von ihr aus. Ich gehe auf sie zu, es scheint wie selbstverständlich, ich schaue ihr dabei tief in die Augen, nebenbei registriere ich, dass sie ungefähr so groß wie ich ist, dunkel Haare hat und mich immer noch mit diesen wahnsinnigen großen dunklen Augen anschaut. Wir scheinen zu versinken in den Augen der anderen und dann liegen wir uns in den Armen, küssen uns. Sie ist so intensiv. Alles an ihr schreit nach Lust, Wärme und Sex. Ihre Zunge lässt mich alles andere vergessen. Wir verlieren uns in der Umarmung und den Küssen, bis wir die Pokerspieler wieder langsam wahrnehmen.
Diese scheinen uns jedoch überhaupt nicht wahr zu nehmen. Sie sind in ihrem Spiel versunken, machen eine ernste Mine und versuchen sich zu konzentrieren. Bisher weiß ich nicht wer diese Frau ist, ich weiß nur, dass sie aus Wien kommt. Und da sie Geräusche wie eine Katze macht und sich auch so verhält, nenne ich sie einfach das Wiener Katzerl.
Wir schauen uns an, schauen die Pokerspieler an und fangen an zu grinsen. Wir scheinen beide einen der Spieler entdeckt zu haben und wir scheinen beide das selbe zu denken. Aber auch er scheint sich nur dem Spiel zu widmen und kein Interesse an uns zu haben. Somit verlegen wir unser Tun kurzerhand auf den Pokertisch, jeder normale Mensch würde denke, dass es jetzt zu einer Reaktion käme, aber da erleben wir eine Überraschung: es wird ganz sachlich weitergespielt, über uns hinweg. Das können wir so ja nicht auf uns sitzen lassen, vor allem da das Opfer unserer Begierde sich auch nicht regt. Langsam kommen die ersten Äußerungen, ob wir uns nicht wo anders vergnügen möchten, der nächste meint, dass wäre doch ein netter Anblick. Wir lassen uns nicht stören und streicheln und küssen uns weiter. Wir sind wie zwei wilde Katzen. Bis ich den niedlichen Pokerspieler wieder im Blick habe, ich schaue ihm tief in die Augen, er lächelt. Wir räkeln uns weiter auf dem Tisch, scheinen nur Augen und Hände für die jeweils andere zu habe. Doch dann schaue ich ihm wieder in die Augen, mit einem Lächeln auf den Lippen und frage ob er noch eine weitere Einladung bräuchte. Er schaut mich erstaunt an. Dann schaut er grinsend zum Wiener Katzerl und legt langsam die Karten beiseite. Er scheint begriffen zu haben, dass wir ihn zu unserem Spiel dazu haben wollen. Langsam gleiten wir vom Tisch herunter, küssen uns noch einmal sehr intensiv und nehmen unseren Pokerspieler mit in den Serail.
Was hier geschieht, dass ist eine andere Geschichte.
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16.6.2008 von Tigresse.
Trotzdem das ich in Köln lebe, bin ich häufig in Hamburg. Und wenn man als BDSMer in Hamburg ist geht man auch schon mal auf die Reeperbahn und machte einen kleinen Bummel. Meist gehe ich dann gemütlich in die Boutique Bizarre und schau mir an was es so Neues an Spielzeug und Klamotten gibt. Mein Hauptanliegen liegt jedoch fast immer auf den Korsetts.
Dieses Wochenende war ich mal wieder dort. Mein Begleiter und ich waren ganz normal angezogen, so dass wir nicht unbedingt auf den ersten Blick als Perverse zu erkennen waren. Für einen Samstag war es relativ leer dort um nicht zu sagen fast ausgestorben. Somit konnte ich in aller Ruhe die neusten Masken bewundern und freute mich schon auf die Korsagen, insbesondere da ich seit einiger Zeit nach einer Neuen suche. Zu unserem Erstaunen war die Abteilung dazu abgesperrt. Etwas verwundert fragten wir die Verkäuferin da nach. Als Antwort bekamen wir dann zu hören, dass sie die Abteilung geschlossen hätte und auch nicht bereit wäre sie zu öffnen, weil ja soviel kämen und nur gucken und anfassen würden, aber nichts kaufen wollen. Außerdem würden die Leute immer alles schmutzig machen. Und sie hätte entschlossen, dass sie jetzt nicht auf macht.
Ah ja. Wir waren also nicht gut genug für die Abteilung Korsetts und Kleider. Liebe Verkäuferin, wenn Du meine Angestellte wärst, wäre das der letzte Tag für dich gewesen. Geschäftsschädigender geht es ja wohl noch kaum. An alle die dort einkaufen wollen: vergesst es einfach. Warum soll man sich als Käufer von so einer dummen Person herablassen behandeln lassen, nur weil man nicht gerade im Fetischoutfit dort aufläuft?
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15.6.2008 von Tigresse.
Mein Tag war etwas hektisch, da ich mal wieder am Vortag nicht mit allem fertig geworden bin, somit hatte ich noch nicht meinen Koffer für das verlängerte Wochenende gepackt und die Daten von dem einem Laptop noch nicht auf das andere transferiert. Meine Kunden wollten auch noch betüdelt werden. Und zu allem übel bin ich mal wieder morgens nicht aus den Puschen gekommen.
Also habe ich das Kofferpacken wieder verschoben und bin zum Kunden gefahren. Kurz vor 14 Uhr war ich wieder zu Hause und mir war dann auch klar, dass ich den Zug um 14:11 auf gar keinen Fall mehr schaffe. Also Koffer packen, Taxi anrufen und … ja und böse Überraschung: nächstes freies Taxi erst in 25 Minuten. Ja, wo sind wir den? Irgendwo auf dem Land oder in Köln? Ne ist schon klar. Also nächstes Taxiunternehmen angerufen, kein Problem der Wagen ist in 15 Minuten da. Da man unser Haus nicht so einfach findet, habe ich dann auch noch mal erklärt wie man dahin kommt. 15 Minuten später stehe ich abfahrt bereit und dem Gefühl alles wichtige vergessen zu haben an der Tür. Kein Taxi. Also Koffer nehmen und schon mal zur nächsten Straße. Da sehe ich auch schon das Taxi, dass eindeutig den Weg nicht findet. Wie blöd ist der Typ eigentlich und wofür habe ich denen eine Wegbeschreibung gegeben?
Irgendwie ist der Fahrer ein komischer Typ. Erst als wir zur nächsten Straße kommen setzt er eine Brille auf. Äh, wie jetzt, der braucht eine Brille zum fahren und setzt die nicht schon am Anfang der Fahrt auf, ne, ist klar. Um die Kurve fahren scheint auch nicht sein Ding zu sein. OK, kann ich noch mit Leben. Bei uns ist rechts vor links und ich sitze rechts. Der nette Onkel am Steuer scheint weder an dem einem noch an dem anderen interessiert zu sein und nimmt dem Auto von rechts mal eben die Vorfahrt. Mein Puls geht etwas schneller. Dann scheint er der Meinung zu sein, dass die Mitte der Fahrbahn doch besser sei als die rechte Seite. Ich teile diese Meinung nicht, insbesondere da ich den entgegenkommenden Bus für wesentlich stärker halte. Rechtzeitig manövriert meine Fahrer den Wagen wieder auf die rechte Seite. Mein Blutdruck steigt ganz allmählich. Die weitere Fahrt zum Bahnhof gestaltet sich ganz ähnlich, permanent fährt er in der Mitte oder Schlangenlinie, und das Tempo kann er auch nicht halten. Auf der Halben Strecke zum Bahnhof ist mir dann schlecht und mein Blutdruck hat für meine Verhältnisse Rekordhöhe erreicht. Ich versuche nicht aggressiv zu werden und schaue statt dessen zum Fenster raus, neben bei merke ich mir die Taxi-Nr. Das er fast in ein Auto reingefahren und ein anderes angefahren hätte versuche ich zu ignorieren.
Trotz alle dem haben wir es dann noch pünktlich zum Bahnhof geschafft. Ich kann es kaum glauben. Allerdings ist mir noch 15 Minuten später richtig schlecht.
An dieser Stelle möchte ich mich mal bei all den anderen Kölner Taxifahrern bedanken, bei denen ich mich trotz überhöhter Geschwindigkeit immer sicher gefühlt habe.
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27.5.2008 von Tigresse.
Neulich war ich mal wieder auf einer der bekannten Plattformen für Geschäftskontakte unterwegs und habe mir mal das eine oder andere Profil von den Kontakten meiner Kontakte angesehen. Keins davon war jedoch so interessant, dass ich es mir gemerkt hätte. Ich war halt einfach mal ein bisschen neugierig. Dann schrieb mich doch gestern ein Typ an, ob ich neugierig sei. Häh, was will der von mir? War mal so meine erste Reaktion. Zweite Reaktion war, dass ich nachgesehen habe, ob ich zufällig auf seinem Profil war. Und siehe da, es war so.
Da ich eh nichts anderes zu tun hatte, habe ich mich mal auf einen Nachrichtenaustausch eingelassen. Männer können ja schon seltsam sein, insbesondere wenn sie anscheinend Single sind. Sie galoppieren auf eine Frau zu, wie ein Reiter auf ein Hindernis, mit vollem Schwung und ohne Rücksicht auf Verluste. Er kam schon ziemlich schnell zu den Fragen, was ich den so mache, und was ich so anziehe. Ahja, was ich anziehe. Was ist das denn für eine Frage, für einen Stino und Geschäftskontakt? Gut, spiele ich also das Spiel mit und frage ihn, was er denn so mag. Tja, hohe Schuhe, am liebsten mit Riemchen. Ab jetzt war mir klar, der Kerl ist doch nicht ganz normal. Also locke ich langsam und allmählich aus ihm raus, dass er nicht nur den einen Fetisch, sondern eine ganze Palette davon hat.
Spätestens, als dann Sprüche über seine sexuellen Vorlieben kamen, war klar, der Kerl ist nicht nur Fetischist, sondern auch noch BDSMer. Nur weiß er noch nicht auf welche Seite ergehört. Ich werde ihn mir mal aus der Nähe ansehen und schauen, ob ihm (noch) zu helfen ist.
Aber mal so an die Kerls, müsst ihr uns Frauen gleich beim ersten Kontakt erzählen, was ihr sexuell so gerne macht, oder machen würdet? Wenn wir es wissen wollen, dann werden wir Euch schon danach fragen
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24.5.2008 von Tigresse.
Immer wieder lese ich in diversen BDSM-Foren von Bestrafung. Und dann kommen bei mir ganz viele Fragen und etwas Unverständnis auf.
Warum sollte ich mir die Mühe machen jemanden zu bestrafen, dem diese Bestrafung mit aller höchster Wahrscheinlichkeit auch noch gefällt. Also noch mal von vorne: sub ärgert Top und der bestraft sub dann? Oder doch lieber, sub ist lieb und Top bespielt sub dann? Ne, geht ja nicht, den dann wäre Top ja Wunscherfüller. Und Wunscherfüller zu sein, wäre ja unter der Würde des Tops. Nächste Variante: sub provoziert Top und der geht darauf ein. Alles nicht so einfach.
Aber was hat das denn jetzt mit Bestrafung zu tun? Bestrafen tu ich doch nur jemanden, der etwas gemacht hat, was mir nicht gefällt, in den Kram passt oder sonst irgendwie bestrafungswürdig ist. Dann sieht die Strafe aber doch so aus, dass es dem anderen nicht gefällt. Bei Kindern ist das Hausarrest, oder Fernseh-/Computerverbot. Wenn ich sub also wirklich bestrafen will, dann sollte es etwas sein, was ihm nicht gefällt. Meist liegt die Bestrafung dann darin, dass ich sub gar nicht bespiele und dazu noch ignoriere.
Warum kann man(n) denn nicht sagen, dass sub verwöhnt wird oder man ihm gutes tut? In dem Moment, wo ich Dinge mit sub tue, die er sich wünscht, oder mag, da bestrafe ich ihn doch nicht.
Hat es vielleicht was mit den männlichen Tops zu tun? Denn genau dort treffe ich immer wieder diese Sätze an: Ich habe meine sub bestraft. Oder auch die Bestrafung der sub xy. Brauchen die männlichen Tops so etwas? Ist es bei Femdoms anders? Ich glaube, dass dieses Bestrafen eine Sache der männlichen Tops ist
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20.5.2008 von Tigresse.
Vor 18 Jahren lernte ich in einer Disco einen Typen kennen. Mit dem mich seit dieser Zeit eine besondere Freundschaft verbindet. Viele denken, dass zwischen einem Mann und einer Frau keine Freundschaft ohne Sex sein kann. Aber genau das haben wir seit 18 Jahren.
Es kann so wunderbar sein, bei guten Wein und einer riesigen Portion Gambas in Erinnerungen zu schwelgen.
Was macht das Besondere von langjährigen Freundschaften aus? Ich denke es ist, dass man über alles reden kann, dass man Vieles versteht ohne viele Worte zu machen. Es sind die Geschichten die man zusammen erlebt hat. Das Verständnis für einander. Und in diesem besonderen Fall, die Liebe zu gutem Essen. Die Toleranz, den anderen einfach so sein zu lassen wie er ist.
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18.5.2008 von Tigresse.
Wenn ich nicht gerade arbeitsmäßig unterwegs bin, wo ich genug um die Ohren habe, und mich um ganz andere Dinge kümmern muss, so bin ich eigentlich nur von Menschen umgeben, die mit BDSM etwas zu tun haben. Und wenn ich dann mal mit Menschen zu tun habe, die so gar nichts mit BDSM zu tun haben, dann bin ich etwas verwirrt.
Meine Verwirrung kommt wohl daher, dass Menschen, die der Norm entsprechen, so verklemmt sind. Ich vergesse immer, wie sehr BDSM mein Leben beeinflusst, dass ich auch viel offener und direkter mit dem Thema Sex umgehe, als der Großteil der Bevölkerung. Meist vergesse ich auch, dass der Großteil der Bevölkerung halt ganz normal ist.
Aber die Frage ist immer was ist normal? Ist normal, dass nur Mann und Frau, die ein Paar sind zusammen ganz normalen Sex haben? Ist normaler Sex immer nur die Missionarsstellung, oder auch die 69? Was ist normaler Sex? Oder sollte die Frage sein: was ist nicht normal? Seit Sex and the City wissen wir, dass Sex auch mal schmutzig sein darf. Dass man Analverkehr haben kann, und dass man dem Partner mit schmutzigen Wörtern oder auch Sätzen einheizen kann. Aber trotzdem redet man nicht in der Öffentlichkeit über Sex. Es werden anzügliche Witze gemacht, es fallen anzügliche Bemerkungen, aber keiner traut sich direkt zu fragen, etwas zu sagen, oder darüber zu reden. So was tut man halt nicht.
Seit ich in der Szene unterwegs bin, habe ich gelernt über meine Wünsche und Bedürfnisse zu reden. Ich habe gelernt mit den Menschen offen darüber zu reden. Auch wenn es mir selbst heute noch manchmal schwer fällt. Und wenn man dann mit Menschen zu tun hat, die das genauso oder ähnlich handhaben oder leben, dann wird das Ganze nicht mehr so wichtig. Man fängt an sich über andere Dinge zu unterhalten. Das Wissen, dass der Andere einen versteht, einen zuhört und nicht für pervers oder gar andersartig hält, schafft eine Grundlage, die das Leben vereinfacht.
Und dann, ja dann passieren Dinge wie dieses Wochenende. Wir waren zu einem Treffen mit ca. 40 Leuten, die alle nichts mit BDSM am Hut haben. Einige der anwesenden Personen stellen schon mal fest, dass wir halt etwas anders sind, dass ich doch sehr dominant bin. Diese Leute haben meist ein Problem damit, dass ich der dominante Part in unserer Beziehung bin. Sie machen Witze, oder versuchen lustige Kommentare abzugeben. Leider bin ich noch nicht soweit einfach darüber hinwegzugehen, insbesondere nicht, wenn ich schon mein 2. Glas Wein hatte. So kommt es dann, dass ich die Leute verwirre und sie in Gespräche über Sex verwickele. Dabei fällte es mir immer wieder auf wie verklemmt die meisten Menschen sind. Sie machen Witze über Sex, sagen anzügliche Sachen, aber offen darüber reden, dass ist etwas was sie nicht können. Denn das ist ja peinlich.
Was mich jedoch immer wieder ärgert ist die Verlogenheit der angeblich normal veranlagten Menschen. Sie leben in einer Partnerschaft, lieben sich, und dann betrügen sie einander. Anstatt das sie darüber reden, dass sie noch andere Bedürfnisse haben, die halt der Partner nicht befriedigen kann und man gerne mal mit jemanden anderen ins Bett gehen würde. Da wird lieber gelogen, betrogen und sich selbst was vorgemacht, anstatt ehrlich zu sein. Ist das normaler Sex? Ist das eine normale Beziehung? Dann bin ich doch lieber anders und pervers, dafür aber ehrlich und offen.
(Stinos = stink normal veranlagte Personen)
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14.5.2008 von Tigresse.
Alltag kann etwas sehr Schönes sein, es kann aber auch nervig und zerstörerisch sein. Viele Paare, die eine Fernbeziehung führen wünschen sich einen gemeinsamen Alltag. Für mich wiederum ist eine Fernbeziehung (innerhalb von Deutschland) ohne Alltag sehr viel spannender. Alltag kann natürlich auch beruhigend sein, weil er so schön planbar ist.
Was beinhaltet denn Alltag? Zusammen aufstehen, frühstücken, gemeinsam zu Abend essen, zusammen einkaufen, Familie besuchen, Freunde treffen, TV schauen. Es gibt bestimmt noch einiges mehr, was hier aufgezählt werden könnte. Aber seien wir ehrlich, meistens sind es langweilige Dinge, die aber einfach notwendig sind.
Natürlich möchte ich diese Dinge mit meinem Partner zusammen tun, aber nur wenn ich auch mit ihm zusammen wohne. Ich kann das auch sehr gut alleine. Seit dem wir keine Fernbeziehung mehr führen und der Alltag bei uns mit eingezogen ist, seit dem scheint es so, als wenn wir nicht mehr soviel wertvolle Zeit für uns hätten.
Bei einer Fernbeziehung schaut man, dass die Wohnung sauber ist, bevor der andere da ist. Man möchte ja nicht die wenige Zeit die man hat mit Aufräumen und Einkaufen verschwenden. Also macht man sich schon im vorhin Gedanken darüber, ob man gemeinsam kocht, oder doch lieber essen geht. Man versucht alles Alltäglich aus dieser wenigen Zeit die man gemeinsam hat raus zu halten.
Nun, wie sieht das aus, wenn zwei zusammen wohnen? Der Einkauf wird auf den Samstag verschoben, das Aufräumen und Sauber machen ist ein Kampf, der immer wieder ausgefochten werden muss. Seien wir ehrlich, wer hat schon Lust auf diese Dinge, wenn er einen 8 Stunden Arbeitstag hinter sich hat?
Ich habe für mich eine Lösung gefunden. an dieser Stelle mal einen ganz lieben Dank an meine Haushälterin, die nach einer 6 monatigen Pause, endlich wieder bei mir ist. Es ist nämlich nicht einfach für einen BDSM-Haushalt jemand zu finden, der nicht nach dem erstmal schon wegläuft, weil die ja pervers sind. Und es ist nicht einfach jemanden zu finden, auf den man sich verlassen kann.
Wenn die einen also über den Alltag so stöhnen und sich dabei fast verlieren, warum wollen andere dann so dringend einen gemeinsamen Alltag haben?
Aber eigentlich sollte ich nicht stöhnen. Ich habe keinen normalen Alltag. Wir haben einen anderen Tagesablauf. Ich stehe meist 1-2 Stunden nach meinem sub auf. Und so ist unser Tagesablauf meist Zeitversetzt. Und wenn ich keine Lust habe einkaufen zu gehen, dann schicke ich meinen sub. Also doch Alltag? Nur anders?
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13.5.2008 von Tigresse.
Auf der einen Seite meine Arbeit. Sie macht mir Spaß, zeigt mir immer wieder andere Welten und ermöglicht mir mein Leben so zu leben, wie ich es gerne tu.
Mein Privatleben ist ganz klar seit einigen Jahren durch BDSM geprägt. Ich bin nicht unbedingt ein Teil der SM-Spass-Gesellschaft, die nur ein bisschen spielt. Ich habe mich aus diesem Teil schon vor einigen Jahren verabschiedet. Das mag daran liegen, dass ich sehr alltagsdominant bin, zum Leidwesen meiner Mitmenschen, und dass ich auch meine Dominanz in meiner Beziehung zu meinem Mann immer mehr auslebe, sehr zu seiner Freude.
Mein Mann ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens. Er ist da für mich, wenn ich Ihn brauche. Wenn ich mehr als den üblichen Stress habe, dann hält er mir den Rücken frei. Und als ich es nicht über das Herz brachte meinen Kater im Wald zu beerdigen, da hat er auch dies für mich übernommen. Was soll ich sagen, ich liebe meinen Mann und sub.
Menschen, die mich kennen, wissen aber genau, dass über Allem meine Katze steht. Erst kommt meine kleine Oberdomse, die jeden, der nur in ihre Nähe kommt um den kleinen Finger wickelt.
Freunde komme und gehen, und manche bleiben auch. Sie sind ein nicht unwichtiger Teil meines Lebens. Sie waren meist wichtiger für mich, als meine Familie. Sie helfen mir, mich selbst zu finden, zu sehen wer ich bin, wie ich bin und warum ich so bin. Meine Freunde haben mich schon vor manch einer Dummheit bewahrt.
Nein, ich bin ganz bestimmt nicht Normal, im Sinne von: der Norm entsprechend. Ich bin anders, ich lebe anders und ich liebe auch anders. Ich gehöre zu den Menschen, die mehr als einen anderen Menschen lieben können.
Freiheit, wenn ich sie habe, dann bedarf ich ihrer nicht. Wenn ich sie nicht habe, dann brauche ich sie mehr als alles Andere.
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