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21.8.2008 von Tigresse.
Jetzt habe ich jahrelang eine Femdom-Beziehung und toppe eigentlich nur den einen Menschen über einen längeren Zeitraum. Da mein sub nichts mit Schmerzen anfangen kann, ist dieses toppen auch auf bestimmte Bereiche begrenzt. Um meinen Sadismus auszuleben spiele ich von Zeit zu Zeit mit anderen Menschen. Aber es ist halt nur ein zeitlich begrenztes Spiel, meist nur auf ein paar Stunden angelegt. So etwas kann zwar intensiv sein, aber meist nicht wirklich tief. Es hat einen klar definierten Anfang und ein klares Ende. Man spricht ab, was der Andere mag und was nicht und kann sich dann darauf einlassen. Mir machen diese Spiele Spaß und ich weiß, dass mein Gegenüber es genießt. Das Vertrauen, dass mir diese Menschen entgegenbringen ehrt mich. Solche Spiele scheinen bei mir immer zu gehen.
Aber wie ist das in meiner festen Beziehung zu meinem Ehe-sub? Da ist das anders. In den Jahren ist die Leichtigkeit verloren gegangen. Warum? Wenn aus einem Spiel mehr wird, dann fängt man an darüber nach zu denken. Wie der Andere tickt, was ihn bewegt, was er eigentlich will und wie er es will. Man macht sich Gedanken, ob man selber alles richtig macht. Man fängt an darüber zu reden. Und dann kommen Sätze wie: „An deiner Stelle hätte ich ja noch Dieses und Jenes gemacht. Du bist immer viel zu nett.“ Manchmal kann so ein Satz helfen. Aber wenn er fast jedes mal kommt, selbst wenn man selber das Gefühl hat das alles super gelaufen ist und es für einen selber sehr sehr schön war, dann kann so ein Satz auch viel zerstören. Er weckt auf Dauer Selbstzweifel. Man fängt an sich zu fragen, ob dieses Mal alles richtig gelaufen ist, ob der Andere dieses Mal zufrieden ist.
Wenn die Selbstzweifel zu groß werden, dann hat man auch keine Lust mehr irgendwas zu machen. Es ist ja eh immer etwas falsch. Warum also erst noch etwas machen, was dann eventuell die Selbstzweifel mehrt und damit auch die Unzufriedenheit erhöht. Da sind doch gelegentliche Spiele mit anderen Menschen unverbindlicher, einfacher und auch manchmal befriedigender. Ist das wirklich so? Im ersten Moment scheint das so zu sein. Unverbindlich sind diese Spiele. Einfacher sind sie meistens auch. Aber befriedigender? Auf Dauer fehlt mir die Tiefe in diesen Spielen, sie befriedigen nur oberflächlich. Aber sie zeigen mir immer wieder, dass ich doch auf mein Gegenüber eingehen kann.
Liegt es vielleicht daran, dass ich weniger Verantwortung übernehmen muss? Weill jeder nach so einem Spiel seiner eigenen Wege geht? Warum ist es soviel einfache mit jemandem zu spielen, den man so viel weniger kennt, als den eigenen sub? Liegt es daran, dass die Ansprüche nicht so hoch sind?
Ich bin Wunscherfüller-Top. Und wenn ich die Bedürfnisse und Wünsche des Anderen nicht kenne, dann fällt es mir schwer mit meinem Gegenüber zu spielen.
Seit einiger Zeit habe ich einen Partner mit dem ich die Dinge ausleben kann, die ich bisher mit meinem sub nicht ausleben konnte. Hier kann ich auch die Seiten wechseln. Ich habe erlebt, wie wundervoll es sein kann, sich einfach fallen zu lassen, den Anderen mach zu lassen und nicht dauernd darüber nachdenken zu müssen, ob es jetzt richtig oder falsch ist, was man da gerade tut. Ich liebe diese Momente. Am Anfang war es selten genug für mich und ich habe das auch kommuniziert. Ich frage mich manchmal ob ich nicht zuviel von meinem Partner verlange, ob ich ihn nicht mit meinen Bedürfnissen überfordere. Doch inzwischen habe ich festgestellt, dass es immer genau richtig ist. Ich möchte abgeben, ich möchte loslassen und dann liegt es an ihm, was er macht.
Dann gibt es diese Momente, wenn er mich mit diesem sehnsuchtsvollen Blick anschaut, in dem ich genau erkenne, das sein Wunsch nach Unterwerfung wieder da ist. Dieser vorsichtige Blick, der abschätzt, ob ich bereit bin. Dieser Blick, der mich auf der einen Seite berührt und triggert, auf der anderen Seite Angst macht, mal wieder die Bedürfnisse des Andere nicht befriedigen zu können. Mein inneres Bedürfnis ihn zu toppen ist dann so groß und will los stürmen, jedoch kommen dann meine Selbstzweifel. Selbstzweifel die eigentlich so unbegründet sind, und doch so tief sitzen. Sie hemme mich, machen mich handlungsunfähig und ärgern mich. Und natürlich läuft dann nichts, wie man es gerne hätte und die Selbstzweifel fühlen sich mal wieder bestätigt.
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12.8.2008 von Tigresse.
Manchmal muss man sich von lieb gewonnen Gewohnheiten trennen. Ich muss mich in der nächsten Zeit schweren Herzens von meiner Wohnung trennen, in der ich nun schon 8 Jahre wohne. Und so ist es halt auch nicht einfach etwas Neues zu finden. Was suche ich also?
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8.8.2008 von Tigresse.
Alles fing mit einem verlängertem Wochenende der Petplayer an. Abgesehen davon, dass ich Freunde wieder traf, lernte ich auch zwei sehr liebe Neuzugänge kennen. Beide sind auch im Petplay als Ponies anzutreffen.
Eigentlich sah es so aus, als wenn die BDSMer und erst recht die Petplayer am Kölner CSD 2008 nicht teilnehmen würden. Bei den BDSMer ist der Wagen, der vorweg fährt ausgefallen und bei den Petplayern sind die Hauptorganisatoren etwas unmotiviert gewesen und somit hatte der Rest der Mannschaft auch keine all zu große Lust mit zu gehen. Einige Leute konnten auch nicht, da sie genug anderes um die Ohren hatten.
Unsere beiden neuen Ponies Nightwolf und Mercury waren jedoch so scharf darauf, noch mehr zu machen, als das was an dem verlängerten Wochenende passierte, dass Sie unbedingt zum CSD wollten. Also hat einer von Ihnen sich ca. 5 Tage vorm CSD mit den homosexuellen Petplayern in Verbindung gesetzt und organisiert, dass wir bei ihnen mitgehen durften. Zu den zwei neuen Ponies gesellte sich dann noch ein weiteres Pony, welches schon CSD erfahren ist. Somit hatten wir also 3 Ponies und eine Fahrerin. Tja, jetzt fehlten noch mindestens zwei Sulkies und eine Fahrerin. Also haben wir noch ein Sulky und eine Fahrerin organisiert. Zwei Tage vor dem CSD fehlte immer noch ein Sulky. Da fiel mir ein, dass in dem Stall, in dem ich reite eine kleine Ponykutsche steht. Somit habe ich den Besitzer kontaktiert, die Ponykutsche abgeholt und die Jungs haben sie dann sauber gemacht und für den CSD soweit hergerichtet. Samstags hatten wir volles Haus – die drei Ponies, unsere zweiter Fahrerin und natürlich noch mich und meinen Mann. Abends stellte sich dann die Frage, wie wir die Sulkies am Sonntag zur Parade bekommen. Den kleinen konnten wir auseinander bauen und im Auto verstauen, die Ponykutsche jedoch stellte ein großes Problem da. Irgendwann war sie jedoch dann auch auf dem Autodach festgeschnallt und blieb dort über Nacht.
Neben den Fahrzeugproblemen mussten wir zudem noch am Samstag das Outfitproblem unseres Ponies Mercury lösen. Als Knabstrupper ging natürlich ein schwarzer Lycraanzug nicht. Und einen weißen Lycraanzug konnten wir so schnell auch nicht auftreiben. Somit kamen wir dann irgendwann auf die Idee bei Karstadt-Sport rein zu schauen. Bei den Herrn war natürlich nichts Weißes und eng anliegendes zu finden. Ist ja unmännlich. Also musst die Damenabteilung herhalten. Zum Glück erwischten wir einen sehr zuvorkommende, hilfsbereite und sehr tolerante Verkäuferin. Sie hat uns geholfen das über 180 cm große Pony in Weiß ein zu kleiden. Somit war dann auch diese Problem gelöst.
Der Sonntag kam und die Spannung stieg, insbesondere bei Nightwolf und Mercury. Diesmal klappte alles. Wir waren pünktlich vor Ort. Wir hatten alle Fahrzeuge und Utensilien dabei. Sonnenmilch Faktor 50 war schon vor Abfahrt aufgetragen worden. In der Gruppe von Rheinfetisch sind wir herzlich aufgenommen worden. Somit wurde dann nur noch vor Ort angeschirrt und dann ging es auch schon los. Die beiden Ponies Mercury und Nightwolf gingen in schwarz und weiß nebeneinander und gaben ein wundervolles Bild ab. Trotz der sehr geringen und mehr als kurzfristigen Organisation haben wir es noch hinbekommen für die beiden Gefährte Geleitschutz zu bekommen. Wir hatten unterwegs viel Spaß und es kamen immer mehr Leute zu unserer Gruppe dazu, die sich dann auch im Geleitschutz abwechselten. Was uns jedoch stark auf viel, war, dass es viel weniger Zuschauer gab, als in den Jahren zuvor. Dies mag auch an den Schulferien gelegen haben. Die Highlights kamen jedoch erst nach dem eigentlichen Umzug. Zu erst kam der Abschlussgalopp bis zum Hauptbahnhof – der immer wieder befreiend ist, nachdem stop-and-go des Paradezuges. Und nachdem wir in der Altstadt mit einigen Leuten noch was Essen waren ging es dann Richtung Heimat. Beim Essen kam jedoch raus, dass Nightwolf und Mercury immer noch gut bei Kräften waren. Um genau zu sein, einen Kräfteüberschuss hatten. Somit kam die Idee auf, mit den Sulkies am Rhein entlang nach Hause zu fahren. Da wir mit 5 Personen, zwei Autos und zwei Sulkies vor Ort waren mussten also zwei Personen mit den Autos nach Hause fahren. Wir zwei Fahrerinnen schirrten dann unsere beiden Ponies wieder vor die Sulkies und steuerten den heimatlichen Stall an, der jedoch 14 Kilometer entfernt war. Es war eine wunder schöne Fahrt. Die Menschen denen wir unterwegs begegneten reagierten durchweg positiv. Und wir hatten alle unseren Spaß dabei. Das einzig wirklich dumme Gesicht, dass uns entgegenschaute war von einem Pferd, an dessen Weide wir vorbei kamen. Zu Hause angekommen waren alle ziemlich kaputt, dafür aber sehr glücklich und zufrieden.
Fazit, wir werden bestimmt noch mal eine solche Kutschausfahrt machen, auch ohne CSD und wir werden beim nächsten CSD in Köln wieder dabei sein. Und der Hamburger CSD 2008 wird auch von uns heimgesucht werden.
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