Fremdgehen

Eine meiner Erkenntnisse der letzten Zeit, ist dass man sich vor allem dann weiterentwickelt, wenn negative Gefühle im Spiel sind. Natürlich kann man sich nur dann weiterentwickeln, wenn man auch über seine negativen Gefühle nachdenkt. Zum Glück habe ich seit einiger Zeit einen Denkanstoßer, der auch mal unangenehme Fragen stellt. Aus dem Grund, kommen hier mal wieder Einträge im Blog.

Weshalb flirtet man mit anderen Menschen, wenn man schon verbandelt ist?

Flirten ist generell ja erst mal ganz harmlos. Gerade, wenn wie jetzt schönes Wetter ist, wird geflirtet was das Zeug hält. Die Hormone stehen auf Sturm. Beim Flirten schaut man wie gut sind denn so die Chancen beim anderen Geschlecht, oder auch beim eigenen. Ich sage dazu immer „Marktwert abschätzen“. Nach einem schönen unverbindlichen Flirt fühlt man sich wunderbar, leicht schwebend, schön, gut aussehend und anziehend. Es hebt die eigene Stimmung. Gerade wenn man verbandelt ist, braucht man das Gefühl immer noch begehrenswert zu sein. Und da kommt ein unverbindlicher Flirt ganz richtig.

Aber was passiert wenn aus dem Flirt mehr wird? Was ist, wenn man sich auf einmal in der Situation sieht, dass man seinem Partner fremd geht?  Jetzt geht es nicht nur darum zu sehen, was denn so der eigene „Marktwert“ ist.  Hier sollte man sich fragen, warum gehe ich fremd. Und was hat diese andere Person, was mein Partner mir nicht geben kann.  Kann mein Partner mir das wirklich nicht geben? Habe ich je mit meinem Partner über meine Bedürfnisse geredet? Hat er das auch wirklich verstanden? Ganz häufig ist man einfach zu feige mit dem Partner über die eigene Bedürfnisse zu reden.

Manchmal  geht man aber auch fremd, weil man zu faul ist sich von seinem aktuellen Lebensgefährten zu trennen. Man hat Angst davor, dass man dann alleine ist. Dann ist man lieber unzufrieden mit der Situation in der Beziehung, an der man wirklich nichts mehr ändern kann, außer diese zu beenden. Um dieser Unzufriedenheit zu entgehen, geht man dann fremd, sucht die verlorengegangen und vermissten Gefühle bei anderen Menschen.

Aber das Fremdgehen darf nie zu lange gehen. Der Mensch bringt sich immer selber mit. Wenn ein „fremdgehen“ mit der selben Person zu lange geht, dann ist da eine weitere Beziehung. Und Beziehung bedeutet Arbeit. Arbeit an sich selbst und an der Beziehung. Hierzu sind aber viele Menschen nicht bereit, oder in der Lage.  

3 thoughts on “Fremdgehen

  1. Ein grosses Fass,
    dass Du da aufgemacht hast … Da ich dazu neige, wenn schon mal, dann auch gründlichst nachzudenken besteht durchaus die Gefahr, dass der Kommentar länger wird 😉
    Dabei fängt es ja ganz einfach an. Ja Flirten ist schön, (erfolgreiches) Flirten ist eine schöne Form der Selbstbestätigung. Insbesondere dann, wenn man ein „besonders attraktives Flirtziel“ als Gegenüber hat.
    Aber dann wird es in meinen Augen problematisch. Zuerst einmal ist zu definieren, wo genau „Fremdgehen“ anfängt und flirten aufhört. Dies wird jeder für sich anders definieren. Und relevant ist eigentlich nicht die eigene Defintion, sondern die des Partners / der Partnerin. Denn der würde betrogen, bzw. sich betrogen fühlen – was für ihn dasselbe ist. Natürlich kann man immer sagen, ich bin der Massstab, weil der Partner es ja nicht erfährt. Aber was wenn doch?
    Wo fängt in einer polyaorösen Beziehung oder in einer offenen Beziehung fremgehen an? Wenn Gefühle ins Spiel kommen? Welche Gefühle, wie tief? Wie definierst Du für Dich „fremdgehen“? Und ab wann würdest Du Dich betrogen fühlen und ab wann Dein Partner?

    Erst dann kann ich mich fragen, warum gehe ich fremd.
    Wenn es um die „Bedürfnisbefriedigung“ geht, dann stimme ich Dir zu – das ist in erster Linie ein Kommunikationsproblem. –> Lösbar, kein Grund fremdzugehen.
    Was aber ist, wenn die Bedürfnisse kommuniziert wurden, aber vom Partner nicht erfüllt werden können (gewollt oder absolut)? Dann ist es ein Frage der Beziehungswertigkeit – auf was bin ich bereit zu verzichten, um meinen Partner nicht zu verletzen?
    Dann gibt es den Fall von „die Kirschen in Nachbars Garten sind immer schöner“ – sprich eigentlich könnte ich mein Bedürfnis auch mit meinem Partner erfüllen, finde es aber attraktiver es ausserhalb der Beziehung zu tun. Da stellt sich dann schon die Frage, was dort überhaupt für eine Beziehung vorliegt (ist es überhaupt (noch) eine?).
    Und dann noch der von Dir genannte Faulheitsfall. Ich denke, dass in diesem Fall eventuell neben einer Kälte gegenüber den Gefühlen des Partners auch zumindest unterschwellig auch der Gedanke mitspielen kann „vielleicht erwischt er mich ja und macht von sich aus Schluss“. Also ein Abschieben von Verantwortung.
    Wie bewertest Du, wie würdest Du auf ein fremdgehen reagieren? Abhängig von der Motivation oder grundsätzlich gleich? Wenn ich Deine Aussagen in Alphatier bedenke, dann machst Du doch keinen Unterschied in der Motivation, oder? Wenn ich Deinen letzten Absatz lese, dann habe ich allerdings den Eindruck, dass Du ein begrenztes Fremdgehen zumindest nicht komplett ablehnst (weil Du Ansichten für ein „optimales Fremdgehen“ äusserst).
    Eine Schlussfolgerung – die ich übrigens nicht teile (unabhängig meiner Einstellung zum Fremdgehen) – was ist schlimm, wenn aus dem Beziehung entsteht? Es erhöht „nur“ die Entdeckungsgefahr und die (potentiellen) Verletzungen des Partners – aber die habe ich ja eh‘ schon mit dem Fremdgehen in Kauf genommen …
    Und wie verhälst Du Dich in der „passiven Rolle“ und wie bewertest Du das? Ein Flirt wird mehr, was für Dich aber kein Fremdgehen ist, weil Du entweder Single bist oder es von Deinem Beziehungskonstrukt gedeckt ist. Für Deinen gegenüber aber sehr wohl? Was ist wenn Du dies von vorneherein weißt? Was wenn Du es später erfährst? Ist Dein Wertekanon dann abhängig von den Hormonen oder absolut?
    Lieben Gruß
    Ileach

  2. Ich glaube, zu betrügen oder auch betrogen zu werden, hat in erster Linie damit zu tun, dass man zu allererst sich selbst nicht die Treue halten kann und als Folge davon dem Partner auch nicht.
    Untreue sich selbst gegenüber kann z.B. damit zu tun haben, dass man nicht auf seine Gefühle, seine innere Stimme hört, zu sehr damit beschäftigt ist, eine Rolle zu spielen, von der man glaubt, dass die anderen Menschen sie von uns erwarten.
    LG
    Petra

  3. Hallo,
    mal ehrlich. Wer geht nicht fremd? Ich mein die Statistik sagt schon dass die meisten fremdgehen und es ist einfach ein natuerliches Bedürfniss eines jeden Mannes, Fremdzugehen. Das hoert sich schwachsinnig an, aber die Natur hat uns den Fortpflanzungstrie gegegeben,m… und das mit mehreren Partnern… natuerlich macht es die Beziehung kaputt, aber nda muss man eben daran arbeiten. Und wenn ich mir anschaue, wieviele Leute heutzutage „eifersuechtig“ ihren freund verfolgen etc. das ist auch nicht normal (z.b. Handyortung und so sachen), ich mein,… es gehören immer 2 Leute dazu in meinen augen,…..

    lg

    Peter

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