Polyamorie oder lieber doch nicht …

Das wogegen man sich am meisten wehrt, ist meist das was man am meisten begehrt.

Durch meine tragische Beziehung zum Pokerspieler, wurde mir 2014 die Freude an der Polyamorie gänzlich genommen. So dachte ich. Und ich habe mich gegen jede Form davon gewehrt. Ich wollte damit nichts mehr zu tun haben, weder privat noch beruflich. Vier lange Jahre bin ich davor weggelaufen mir anzusehen, was da in mir zerbrochen ist und was es mit mir macht.

Dieses Jahr im Juli 2018 habe ich einen Mann, meinen Wolf, kennen gelernt, der mir von Anfang an gezeigt hat, dass eine offene Beziehung und auch Polyamorie anders gehen kann. Die Kommunikation zwischen allen drei Beteiligten war schon am Anfang sehr gut. Und natürlich gab es auch hier, wie in jeder Polykonstellation Herausforderungen. Manchmal muss man den eingeschlagenen Weg halt wieder ein Stück zurückgehen um dann einen anderen Weg zunehmen. Das nennt sich dann Entwicklung.

Mir wurde bewusst, dass ich vor meiner Grundeinstellung, dass ich mehr als eine Person lieben kann, einfach davon gelaufen bin. Ich wollte nie wieder so verletzt werden. Jedoch war das was ich mit dem Pokerspieler hatte gar keine Polyamorie, denn dazu hätte es Liebe auf beiden Seiten bedurft. Dort ging es nur um Macht und Ohnmacht. Wenn jedoch wirklich Liebe im Spiel ist, dann findet man immer einen Weg zueinander und miteinander. Liebe ist kein Allheilmittel, sie ist eine Basis auf der man aufbauen kann.

Nachdem ich mich erst innerlich gegen jegliche Art von Poly gewehrt habe, habe ich stark darüber nachgedacht, was ich früher dazu dachte, wie ich es gefühlt habe, wie es mich ausgemacht hat und das ich mir das von niemand nehmen lassen darf. Ich habe mir einen Teil meiner Persönlichkeit zurückgeholt. Ich darf und kann mehr als eine Person lieben, genauso wie ich dies meinem Partner zugestehe.